Zwei junge Landärzte lächeln sich in einem Behandlungszimmer an. Ein Landarzt trägt einen weißen Arztkittel und ein Stethoskop um den Hals, der andere Landarzt trägt ein weißes Polohemd und hält ein Dokument in der Hand. Beide Ärzte tragen eine Brille.
Landärztin/Landarzt

Medizin mit Freiraum

Klaas und Christopher werden bald zwei von gut 45.000 Hausärztinnen und Hausärzten in Deutschland sein. Sie arbeiten als angehende Landärzte in einer Gemeinschaftspraxis. Ihnen gefallen die Nähe zu den Menschen und die Abwechslung im Job. Sie sind zur Stelle, wenn sie gebraucht werden, in der Praxis und bei Hausbesuchen.

Alle Infos zum Beruf Landarzt/Landärztin

Landärztinnen und Landärzte haben in vielen Fällen eine eigene Praxis, mitunter auch gemeinschaftlich. Sie sind die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Häufig betreuen sie die ganze Familie und stehen den Patientinnen und Patienten besonders nah. Sie untersuchen sie und besprechen gemeinsam die nächsten Schritte. Wenn Medikamente oder kleine Eingriffe nicht ausreichen, überweisen sie Patientinnen und Patienten ins Krankenhaus. Hausbesuche, vor allem bei älteren Menschen, stehen ebenso auf dem Programm wie Einsätze im Notfall, bei denen sie schnell entscheiden müssen, was zu tun ist. Mitunter gibt es auch Bereitschafts- und Wochenenddienste. Dennoch kommt auch das Privatleben nicht zu kurz.


Alle Infos zur Ausbildung

Was du als Landarzt/Landärztin leistest
Du untersuchst deine Patientinnen und Patienten in deiner Praxis oder bei ihnen zu Hause und diagnostizierst ihre Krankheiten. Du erhebst Befunde, deren Ergebnisse teils im Labor oder direkt in der Praxis ausgewertet werden. Du führst medizinische Behandlungen durch, ebenso Vorsorgeuntersuchungen. Du beschließt Therapiemaßnahmen und erklärst sie deinen Patienten. Deine Diagnosen dokumentierst du, ebenso wie den Verlauf der Behandlung. Als niedergelassene Ärztin oder niedergelassener Arzt bist du außerdem für dein Praxisteam verantwortlich.

Unterm Strich weniger Stress
Natürlich bist du als Landärztin oder Landarzt für deine Patientinnen und Patienten auch im Notfall da, aber du arbeitest überwiegend tagsüber und nicht im Schichtdienst. Alle paar Wochen kann Bereitschaftsdienst vorkommen.

Was du als Landarzt/Landärztin verdienst
Dein Einkommen hängt unter anderem von der Zahl deiner Patientinnen und Patienten sowie den laufenden Kosten deiner Praxis ab. Damit die Praxisgründung in ländlichen Regionen leichter fällt, haben die Kassenärztlichen Vereinigungen die Möglichkeit, dich zu unterstützen. Zum Beispiel mit einem Stipendium oder einer Niederlassungshilfe.  

Eine Orientierung für den durchschnittlichen Bruttoverdienst von selbstständigen Hausärztinnen und Hausärzten auf dem Land findest du beim Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung.

So geht es nach dem Medizinstudium weiter
Nach deinem abgeschlossenen Medizinstudium ist die Facharztweiterbildung in der Allgemeinmedizin Voraussetzung für den Beruf des Landarztes. Sie beinhaltet die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten jeden Alters sowie unter anderem die Gesundheitsförderung, die Vorsorge oder die Rehabilitation. Organisiert wird die Facharztweiterbildung von den Landesärztekammern, die sich wiederum an der sogenannten (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer orientieren.

Hier kannst du einen Blick in die (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 werfen.

Weitere Infos findest du zum Beispiel bei diesen Verbänden und Organisationen:

Ein Beruf mit Zukunft

Wir wollen allen Menschen in Deutschland eine gute medizinische Versorgung bieten – egal, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben. Auf dem Land gibt es immer weniger Ärztinnen und Ärzte. Hausärztin oder Hausarzt auf dem Land ist deshalb ein besonders zukunftssicherer Beruf und wird in vielen Regionen zusätzlich finanziell gefördert. Die mögliche Selbstständigkeit bietet dir großen Gestaltungsspielraum.


Du solltest Landärztin/Landarzt werden, wenn...

  • 1 … du medizinisch breit interessiert bist, einen festen Patientenstamm aufbauen und dir gern mal für deine Patientinnen und Patienten Zeit nehmen möchtest.
  • 2 … dir auch gelegentliche nächtliche Einsätze bei Wind und Wetter nichts ausmachen.
  • 3 … du das Landleben schätzt und auch den ein oder anderen selbstgebackenen Kuchen magst.

Du solltest besser nicht Landärztin/Landarzt werden, wenn...

  • 1 … du ein Stadtmensch bist, dem der Trubel und die lebhafte Atmosphäre fehlen würden.
  • 2 … du keinen Führerschein besitzt oder nicht gern Auto fährst.
  • 3 … dir Ruhe und die Nähe zur Natur im Alltag nicht so wichtig sind.