Eine junge Physiotherapeutin und Thore Schölermann stehen in einem Behandlungszimmer vor einer Spiegelwand. Beide tragen hellblaue Poloshirts und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund sieht man eine Fensterfront, farbige Gymnastikbälle und eine Sprossenwand.
Physiotherapeut/-in

Gemeinsam bewegen

Svenja hilft Menschen jeden Tag, sich wieder besser zu bewegen. Sie ist eine von bundesweit rund 240.000 Physiotherapeutinnen und -therapeuten. Nahezu alle erfolgreich im Einsatz – die Arbeitslosenquote liegt hier aktuell bei unter einem Prozent.

Alle Infos zum Beruf Physiotherapeut/-in

Physiotherapeutinnen und -therapeuten arbeiten unter anderem in Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, ambulanten Therapieeinrichtungen/-praxen, aber auch in Seniorenheimen, Sportvereinen oder Kureinrichtungen. Sie unterstützen ihre Patientinnen und Patienten dabei, die Beweglichkeit und andere körperliche Funktionen zu erhalten, zu verbessern oder diese wiederherzustellen. Je nach ärztlicher Diagnose und Anordnung sowie den Ergebnissen des eigens erstellten Therapiebefunds und Therapieplans können verschiedene therapeutische Maßnahmen wie (Wasser-)Gymnastik, Übungen an Geräten in Einzel- oder Gruppentherapie oder Maßnahmen wie Wärmebehandlung, Elektrotherapie, Ultraschall oder Massage durchgeführt werden. Die Arbeit kann an der Behandlungsliege, aber auch in Sport- und Gymnastikräumen oder im Schwimmbecken stattfinden. Hausbesuche gehören ebenso häufig zum Arbeitsalltag.


Alle Infos zur Ausbildung

Was du als Physiotherapeut/-in leistest
Zunächst untersuchst du Patientinnen und Patienten, um den aktuellen Zustand des Bewegungsapparates (z. B. auf Kraft, Beweglichkeit, Schmerzen, Dehnfähigkeit, Atmung) zu prüfen. Du wählst aus einer ganzen Palette die richtige Behandlungsmethode, stets auf Grundlage der ärztlichen Anordnung. Anhand deiner Befundeinschätzung entscheidest du über Übungen und die passende Behandlungsmethode, machst einen Therapieplan und hältst alles in der Dokumentation der Therapie fest. Bei der Behandlung arbeitest du mit deinen Patientinnen und Patienten zusammen, nicht selten mit vollem Körpereinsatz und nahem Körperkontakt.

Gute Work-Life-Balance
Deine Arbeitszeiten hängen von mehreren Faktoren ab, vor allem von deinem Arbeitsort. In einer ambulanten Physiotherapiepraxis arbeitest du in der Regel werktags, meist von 9 bis 18 oder 20 Uhr. In einem Krankenhaus oder Rehabilitationszentrum kann das anders aussehen. Hier kommt Schichtdienst vor, seltener aber Wochenendarbeit.

Was du als Physiotherapeut/-in verdienst
Das Gehalt einer Physiotherapeutin oder eines Physiotherapeuten hängt unter anderem von der Region, in der du tätig bist, und vom Arbeitgeber ab.
Eine erste Orientierung bietet die Bundesagentur für Arbeit.

Dauer und Inhalt der Ausbildung
Deine Ausbildung absolvierst du überwiegend an einer von über 216 Berufsfachschulen. Hier bekommst du das nötige Hintergrundwissen. Neben dem theoretischen Unterricht werden dir im praktischen Unterricht die nötigen Fertigkeiten vermittelt, unter anderem in Techniken der Krankengymnastik, der Massage oder Atemtherapie. In der praktischen Ausbildung machst du Einsätze in verschiedenen medizinischen Fachgebieten von Krankenhäusern oder anderen medizinischen Einrichtungen. Hier kannst du dein theoretisches Wissen und die erworbenen praktischen Fertigkeiten direkt in die Praxis im Kontakt mit Patientinnen und Patienten umsetzen. Während der dreijährigen Ausbildung stehen eine ganze Reihe Schwerpunkte auf dem Lehrplan, unter anderem Anatomie und Physiologie, allgemeine und spezielle Krankheitslehre, physiotherapeutische Befund- und Untersuchungstechniken, Bewegungslehre, aber auch Pädagogik und Psychologie. Die Abschlussprüfung enthält einen schriftlichen, mündlichen und einen praktischen Teil, wo du bestimmte Behandlungsmethoden direkt an der Patientin oder am Patienten vorführst.

Physiotherapie als Studium
Das Bachelorstudium ist in Gestalt von Modellstudiengängen auch für die Physiotherapie eingeführt worden. Es ist der Ausbildung grundsätzlich sehr ähnlich und als dualer Studiengang angelegt. Die praktischen Einsätze werden wie in der Ausbildung in medizinischen Fachgebieten in verschiedenen medizinischen Einrichtungen durchgeführt. Der theoretische und der praktische Unterricht können im Studium anders gestaltet sein als in der Ausbildung. Die konkreten Inhalte der Bachelorstudiengänge variieren je nach Hochschule, weil sie von den jeweiligen Bundesländern genehmigt werden. Unter anderem kann das wissenschaftliche Arbeiten z. B. für die Auswertung von Studien oder das Qualitätsmanagement auf dem Lehrplan stehen. Voraussetzung für das Studium ist das Abitur.

Was musst du mitbringen, um Physiotherapeut/-in zu werden?
Du solltest mindestens über einen Realschulabschluss bzw. eine gleichwertige abgeschlossene Schulbildung verfügen. Alternativ ist auch der Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung möglich. In der Regel brauchst du einen Nachweis über deine gesundheitliche Eignung. Auch darfst du dich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ergibt. Dafür wird ein Führungszeugnis erforderlich sein.
Die Voraussetzungen der Berufsfachschulen weichen mitunter etwas voneinander ab, einige sehen zum Beispiel die Bescheinigung eines absolvierten Erste-Hilfe-Kurses vor.

Entwicklungsmöglichkeiten als Physiotherapeut/-in
Für die Spezialisierung in diesem Berufsfeld bieten sich zusätzliche Therapieformen an. Beliebte Fortbildungen sind die manuelle Therapie, Bobaththerapie und manuelle Lymphdrainage. Diese zusätzlichen Fortbildungen dauern unterschiedlich lang, in der Regel bis zu zwei Jahre berufsbegleitend. Oft nehmen Physiotherapeutinnen und -therapeuten im Anschluss den Weg in die Selbstständigkeit.

Ein Beruf mit Zukunft

Wie bei allen Tätigkeiten im Gesundheitssektor gilt: Solange Menschen Beschwerden u. a. am Bewegungsapparat haben, gibt es in Pflege und Therapie viel zu tun. Das gilt insbesondere für Physiotherapeutinnen und -therapeuten. Die Menschen bewegen sich zudem immer weniger, die Zahl der Erkrankungen steigt. Der Medizinbereich gilt wie der Wellness-Sektor als Wachstumsbranche. Zudem werden ab 2020 die geburtenstarken Jahrgänge rückläufig, kurz: Es gibt weniger (Mit-)Bewerberinnen und -Bewerber auf dem Arbeitsmarkt. Schon heute stehen im Bereich Physiotherapie viele freie Ausbildungsplätze zur Verfügung.


Physiotherapie ist etwas für dich, wenn...

  • 1 … du gut mit Menschen umgehen und sie motivieren kannst und keine Berührungsängste hast.
  • 2 ... du über eine gute Beobachtungsgabe verfügst.
  • 3 ... du eher der sportliche Typ bist und auch mal zupacken kannst.

Du solltest besser nicht Physiotherapeut/-in werden, wenn...

  • 1 … du eher nicht so der kommunikative Typ bist und nicht gerne redest oder Dinge erklärst.
  • 2 … du schnell ungeduldig wirst.
  • 3 … du eher wenig Handgeschicklichkeit besitzt.